Garnisonmuseum Ludwigsburg Militärgeschichtliche Gesellschaft Ludwigsburg e.V.
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Buchbesprechung

Stephen Harding, Die letzte Schlacht – Als Wehrmacht und GI‘s gegen die SS kämpften.

Nunmehr 73 Jahre liegt ein Ereignis zurück, das man als historisch bezeichnen kann, obwohl es bis heute nahezu unbekannt geblieben ist. Dies ist für Ludwigsburg umso verwunderlicher, als der Protagonist mit Ludwigsburg eng verbunden war.

Vier Tage vor Kriegsende, am 4. Mai 1945, fanden sich US-Infanteristen und Wehrmachtssoldaten zu einer Koalition zusammen, um KZ-Insassen vor der Exekution durch SS-Soldaten zu bewahren. Führer der deutschen Soldaten war Major Josef „Sepp“ Gangl, der seit 1934 in Ludwigsburg stationiert war und dort auch mit seiner Ehefrau und zwei Kindern in der Mörikestraße wohnte. Sein US-Pendant war Captain John C. „Jack“ Lee und die zu befreienden KZ-Häftlinge waren prominente französische Politiker und hohe Militärs sowie weitere VIPs (sog. „Ehrenhäftlinge“).

"Es sollte die letzte - und vielleicht seltsamste - Bodenkampfhandlung des Zweiten Weltkriegs in Europa sein", schreibt Harding. Detailliert und in imponierender Faktenfülle rekonstruiert der amerikanische Militärhistoriker das mehrstündige Gefecht, in dessen Verlauf einer der Schlossverteidiger, Major Sepp Gangl, ums Leben kam. Die französischen Häftlinge erlebten die Befreiung des Kastells durch amerikanische Truppen ebenso wie die Mehrzahl der Verteidiger.

 

Stephen Harding hat ein insgesamt sorgfältig recherchiertes und faktenreiches Buch über die Vorgeschichte und „die letzte Schlacht“ geschrieben und dabei die beteiligten Personen detailliert charakterisiert.

Die Strukturierung des Textes und die lebendige Sprache machen das Buch gut lesbar. „Die letzte Schlacht“ hat den Krieg zwar nicht entschieden, beschreibt jedoch ein einzigartiges Bündnis am Kriegsende.

 

Stephen Harding ist ein US-Amerikanischer Militärhistoriker, als Journalist hat er aus Nordirland, Bosnien und dem Irak berichtet. Er lebt heute in Virginia und ist Chefredakteur der Zeitschrift Military History.

 

Stephen Harding, Die letzte Schlacht – Als Wehrmacht und GI‘s gegen die SS kämpften, Paul Zsolnay Verlag ISBN 978-3-552-05718-0, 320 Seiten

In der Reitbahn (1913)

Die neue Ulanenkaserne in Ulm und ihrer Bewohner“

 

 

 

von Walter Wannenwetsch /  Richard Gebler

 

In der Schlussphase des Kasernenbaus in Württemberg entstand in Ulm vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs eine letzte moderne Kavalleriekaserne. In dem Buch befassen sich die Autoren mit der von 1909 bis 1912 erbauten und von 1913 bis 1914 erweiterten Kasernenanlage in der Ulmer Weststadt von der Planung, belegt mit zahlreichen Plänen und Zeichnungen, bis zum Bezug der Kaserne durch das Ulanenregiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19 im Jahre 1912.

Das zweite Kapitel nimmt eine Rückschau auf die Geschichte des Ulanenregiments von der Errichtung im Jahre 1683 bis zur Auflösung des Regiments im Jahre 1919. Fragen, warum das Regiment entstand, wie seine Organisation, Uniformierung, Ausrüstung und Bewaffnung war, werden in fünf Epochen dargestellt, dabei wird auch die Entwicklung der Standarten und des Trompeterkorps beleuchtet und schließlich die Verwendung des Regiments in Frieden und Krieg geschildert. Gedenken und Erinnerungen an die Ulanen, an die Offiziere, Chefs und Kommandeure, nicht zuletzt an Ferdinand Graf von Zeppelin, den populärsten Kommandeur des Regiments, wie auch das Nachwirken bis in die Gegenwart, beschließen dieses mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen ausgestattete Kapitel.

Im Ersten Weltkrieg bietet die Kaserne neben der Ersatzeskadron des Ulanenregiments weiteren Kriegsformationen Unterkunft. Von 1919 bis 1920 dient sie noch einmal als Kavalleriekaserne der Sicherheitseskadron Ulanenregiment 19 und der 3. Eskadron des Württ. Kavallerieregiments 13. Nach der Entstehung des Reichsheeres zur Artilleriekaserne umgebaut, erhält sie den Namen „Sedankaserne“, und bleibt bis in den Zweiten Weltkrieg Standort des Artillerieregiments 5.

Wie überdauerte die Kaserne die schweren Luftangriffe auf Ulm und wie war ihre weitere Nutzung? Die Autoren belegen, dass die geringeren Kriegsschäden der Sedankaserne, angesichts des großen Wohnungsmangels in Ulm eine Belegung und Verwendung der Wohngebäue für DP-Lager und danach als Landesdurchgangslager für Heimatlose und Flüchtlinge erlaubten. Gleichzeitig war es möglich, die Stallungen und Reithäuser Ulmer Gewerbebetrieben zur Verfügung zu stellen. Nach der Zwischennutzung als Lager- und Betriebsstätten, erwarb Telefunken ab 1955 Zug um Zug die ehemalige Kaserne und begründete dort den Ruf als „Radarhochburg“. In den achtziger Jahren des 20. Jahr-hunderts vollzog sich unter Berücksichtigung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude die weitere Bebauung des ehemaligen Kasernenareals zur Industrieanlage, die zwar mehrfach umbenannt wurde, aber sich nun seit über 60 Jahren denselben Aufgaben widmet wie einst die Ulanen, nämlich der Aufklärung und Kommunikation, nicht mehr hoch zu Ross als „Erkundungs- und Meldereiter“, sondern mit „High-Tech“.  

 

Hrsg. Druckerei Gunzenheimer
30 x 21 cm, 262 Seiten, rund 300 Fotos, Abbildungen, Farbtafeln und Pläne

ISBN 978-3-00-058206-6 / Preis 39.- €

Bestellschein zu „Die neue Ulanenkaserne in Ulm und ihrer Bewohner“
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